Wie Bestandspläne entstehen, hat sich in wenigen Jahrzehnten grundlegend verändert: vom Zollstock und der Zeichenplatte über das CAD bis zur Auswertung von Punktwolken. Wie die Zukunft des Zeichnens im Detail aussieht, lässt sich schwer vorhersagen. Diese Seite beschreibt, wie sich unsere Arbeitsweise entwickelt hat, was heute technisch möglich ist und wo der Mensch auch künftig unverzichtbar bleibt.
Vom Handaufmaß zum CAD: die bisherige Entwicklung
Lange wurden Gebäude mit Maßband, Zollstock und Schnurgerüst aufgenommen und auf Papier gezeichnet. Mit der Einführung des CAD verschwand das Reißbrett, die Methode der Messung blieb aber zunächst gleich: Einzelne Maße wurden genommen und zu einem Plan zusammengesetzt. Was zwischen den Messpunkten lag, musste angenommen werden. Schon damals hing die Wettbewerbsfähigkeit von Planern und Zeichnern davon ab, wie schnell sie sich auf die neue Technik einstellten.
Arbeiten mit der Punktwolke heute
Mit dem Laserscanner wird nicht mehr punktuell gemessen, sondern flächig. Die Punktwolke enthält Millionen von Messpunkten, aus denen wir Schnitte legen und darauf zeichnen. Unsere heutige Arbeitsweise sieht so aus:
- Erfassung des Gebäudes mit mehreren Scanstandpunkten
- Zusammenführen der Einzelscans zu einer registrierten Punktwolke
- Schnitte in den benötigten Höhen und Richtungen
- Zeichnen der Bauteile im CAD auf Grundlage dieser Schnitte
- Kontrolle der Pläne gegen die Punktwolke und Plausibilitätsprüfung
Software kann dabei bereits einiges unterstützen, etwa das Erkennen ebener Flächen oder das Einpassen von Wänden. Die Modellierung von 3D-Körpern aus der Punktwolke ist aber noch aufwendig. Das Erzeugen von Meshes, also vermaschten Oberflächen, und die direkte Modellierung auf Punktwolken stehen in vielen Anwendungen noch am Anfang. Mehr zu den einzelnen Bearbeitungsschritten erläutert der Beitrag vom Rohscan zum Modell.
Was sich beim Zeichnen weiter verändern wird
Die zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre ist es, Werkzeuge zu entwickeln, mit denen sich Punktwolken einfacher in 3D-Modelle oder Volumenkörper überführen lassen. Erste automatische Auswertungen gibt es bereits; was sie heute tatsächlich leisten, beschreibt der Beitrag zur KI in der Laserscan-Auswertung. Da sich 3D-Erfassung auch im Consumer-Bereich verbreitet, werden zudem allgemeine Austauschformate wie STL oder DXF weiterentwickelt. Der Beruf des Bauzeichners wird sich dadurch verändern: weniger Linien nachzeichnen, mehr prüfen, interpretieren und strukturieren.
Warum Plausibilität eine menschliche Aufgabe bleibt
Ob eine Zeichnung stimmig ist, kann ein Computer nicht abschließend herstellen oder prüfen. Fehler entstehen auch mit heutiger Technik, sowohl bei der Datenerfassung als auch beim Zeichnen: ein verrutschter Scan, eine falsch gedeutete Kante, ein übersehener Versprung. Jede Zeichentechnik behält deshalb die Fehlerquelle Mensch, aber auch die Kontrolle durch den Menschen. Erfahrung im Lesen von Bauwerken, Kenntnis historischer Konstruktionen und ein geschulter Blick für Unstimmigkeiten bleiben die Voraussetzung für verlässliche Pläne.
Die zweidimensionale Darstellung bleibt
Bei aller Entwicklung wird keine neue Methode die klare, strukturierte zweidimensionale Darstellung verdrängen. Grundriss, Schnitt und Ansicht sorgen seit Jahrhunderten für Klarheit und Allgemeinverständlichkeit, auf der Baustelle ebenso wie im Bauamt. Neue Verfahren ergänzen diese Darstellung, sie ersetzen sie nicht. Für unsere Kunden heißt das: Pläne und Daten bleiben portabel. PDF, DWG, IFC und E57 sind die Regel bei jeder Auslieferung, sodass die Unterlagen auch mit künftiger Software nutzbar bleiben. Einen Überblick über unsere Zeichnungen und CAD-Pläne gibt die Seite Zeichnungen und Bestandspläne.