Innenaufmaß mit 3D-Scanner: Jeder Raum erfasst

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Die meisten Gebäude in Deutschland wurden vor der BIM-Ära errichtet — ihre Bestandsdaten sind lückenhaft, veraltet oder schlichtweg nicht vorhanden. BIM für Bestandsgebäude schließt diese Lücke durch digitale Erfassung und Modellierung. Der Aufwand ist erheblich, aber der Nutzen übersteigt die Kosten bei weitem.

Besonderheiten von Bestands-BIM gegenüber Neubau-BIM

Bei Neubauten entsteht das BIM-Modell parallel zur Planung und ist per Definition aktuell. Bei Bestandsgebäuden muss die Realität erst erfasst werden, was zu Abweichungen zwischen Plan und Ausführung führt. Bestands-BIM muss daher Toleranzen und reale Abmessungen enthalten, die in Neubau-Modellen nicht vorkommen.

Erfassungsmethoden für Bestands-BIM

Laserscanning ist die bevorzugte Methode für die Erfassung von Bestandsgebäuden, da es die höchste Genauigkeit und Vollständigkeit bietet. Für große Flächen ergänzen Drohnenflüge das Portfolio, für technische Installationen kommen Handscanner zum Einsatz. Die Wahl der Methode richtet sich nach Gebäudegröße und Detailanforderungen.

LOD bei Bestands-BIM: Realistische Erwartungen setzen

Ein Bestands-BIM-Modell muss nicht zwingend LOD 400 haben — oft reicht LOD 200 oder 300 für die meisten Anwendungsfälle. Der Schlüssel liegt darin, vorab zu klären, welche Informationen das Modell enthalten muss. Eine übertriebene Detaillierung treibt die Kosten ohne zusätzlichen Nutzen.

Schlussbetrachtung: Innenaufmaß mit 3D-Scanner:

BIM für Bestandsgebäude ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für die zukunftsfähige Bewirtschaftung vorhandener Bausubstanz. Wer die richtigen Methoden und den passenden Detaillierungsgrad wählt, erhält ein Modell, das echte Mehrwerte schafft. Die Investition in Bestands-BIM zahlt sich über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes aus.

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