FARO SCENE ist die Auswertesoftware des Herstellers für die Focus-Laserscanner. Sie verbindet die Einzelscans zu einer gemeinsamen Punktwolke, färbt sie mit den Kamerabildern ein, prüft die Qualität und bereitet die Daten für CAD- und BIM-Programme vor. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Arbeitsschritte, die Automatisierungsmöglichkeiten und die gängigen Exportwege.
Registrierung: aus vielen Scans eine Punktwolke
Jeder Scan hat zunächst sein eigenes Koordinatensystem mit dem Scanner im Ursprung. Bei der Registrierung werden alle Scans in ein gemeinsames System überführt. SCENE bietet dafür mehrere Verfahren, die sich kombinieren lassen:
- Zielmarkenbasiert: Kugeln oder Schachbrettmarken, die in mehreren Scans sichtbar sind, dienen als Verknüpfungspunkte. Das Verfahren ist robust und gut kontrollierbar, kostet aber Zeit beim Aufstellen der Marken.
- Cloud-to-Cloud: Die Software gleicht überlappende Bereiche der Punktwolken direkt miteinander ab. Es sind keine Marken nötig, dafür ausreichend Überlappung und markante Geometrie.
- Draufsicht-basiert: Eine schnelle Vorregistrierung aus der Projektion der Scans von oben, die häufig als Startwert für Cloud-to-Cloud dient.
Die Sensordaten des Scanners wie Neigung und Kompass helfen bei der Vorpositionierung. Entscheidend ist der anschließende Registrierungsbericht: Er zeigt die Restabweichungen zwischen den Scans und macht schwache Verknüpfungen sichtbar. Wer nur auf grüne Haken achtet, übersieht leicht einzelne Scans, die verdreht oder versetzt eingepasst wurden. Mehr zum markenlosen Verfahren im Beitrag zur Cloud-to-Cloud-Registrierung.
Einfärben, Filtern und Prüfen
Nach der Registrierung werden die Punkte mit den Farbwerten der Kamerabilder belegt. Filter entfernen Störpunkte, etwa Kantentreffer, Spiegelungen oder Punkte von Personen, die durch den Scanbereich gelaufen sind. Anschließend lohnt sich eine Sichtprüfung in Schnitten und Grundrissansichten: Liegen Wände sauber übereinander, schließen Geschosse lückenlos an, sind Treppenhäuser vollständig erfasst?
Automatisierung
Viele Arbeitsschritte laufen bei jedem Projekt gleich ab: Scans einlesen, verarbeiten, registrieren, einfärben, exportieren. SCENE erlaubt es, diese Schritte zu verketten und für mehrere Projekte nacheinander abarbeiten zu lassen, etwa über Nacht. Seit SCENE 7.0 ist außerdem die Registrierung vor Ort möglich: Kompatible Scanner übertragen die Daten noch während der Messung drahtlos an einen Laptop, wo sie direkt zusammengeführt werden. So fallen Lücken auf, solange man noch im Gebäude ist.
Für spezielle Abläufe stellt FARO eine Programmierschnittstelle bereit, über die sich Erweiterungen entwickeln lassen; das lohnt sich vor allem bei sehr gleichförmigen, wiederkehrenden Aufgaben. Automatisierung ersetzt dabei nicht die Prüfung: Ein falsch registrierter Scan wird durch Stapelverarbeitung nicht richtiger, sondern nur schneller weitergereicht.
Export und Weiterverarbeitung
Für die Weitergabe stehen verschiedene Formate zur Verfügung. Am wichtigsten ist E57, ein herstellerneutrales Austauschformat, das von nahezu allen Punktwolkenprogrammen gelesen wird. Daneben sind unter anderem XYZ- und PTS-Textformate sowie Formate für Autodesk ReCap und damit für Revit und AutoCAD gebräuchlich. Welches Format sinnvoll ist, hängt von der Software des Empfängers ab. Je nach Auflösung werden Punktwolken für die Weitergabe ausgedünnt oder in Abschnitte geteilt, damit sie handhabbar bleiben. Grundlagen zur Punktwolke selbst erklärt der Beitrag Was ist eine Punktwolke?
SCENE-Workflow kompakt
SCENE ist das Bindeglied zwischen Scanner und Plan: Registrierung, Prüfung und Export entscheiden darüber, ob eine Punktwolke als Grundlage für Zeichnungen und Modelle taugt. Automatisierte Abläufe sparen Zeit, die gewonnene Zeit gehört aber in die Kontrolle. Registrierte Punktwolken liefern wir auf Wunsch zusammen mit den Plänen; mehr dazu auf der Seite zur Punktwolke.
