Wer mit FARO-Laserscannern arbeitet oder Leistungen auf dieser Basis einkauft, begegnet ständig neuen Modell- und Softwarenamen. Dieser Beitrag ordnet die Entwicklungen der letzten Jahre ein und trennt dabei, was für das Gebäudeaufmaß tatsächlich relevant ist und was eher Marketing ist. Er richtet sich an Planer und Auftraggeber, die verstehen möchten, mit welcher Technik ihr Aufmaß entsteht.
Stationäre Scanner: die Focus-Reihe
Die Focus-Laserscanner sind seit ihrer Einführung in mehreren Generationen weiterentwickelt worden: vom Focus3D über die X-Modelle und die Linien Focus S und Focus M bis zur heutigen Focus-Premium-Reihe. Die Modellnummer steht dabei jeweils für die maximale Reichweite in Metern. Die Fortschritte betreffen vor allem Messgeschwindigkeit, Bildqualität der integrierten Kamera, Robustheit und die drahtlose Übertragung der Scans an Tablet oder Laptop. Am Messprinzip, einem Phasenvergleichsscanner auf Stativ, hat sich nichts Grundsätzliches geändert. Einen Überblick über die Modelle gibt der Beitrag zu den FARO-Focus-Modellen.
Mobile und handgeführte Systeme
Neben den stationären Scannern hat FARO sein Angebot um mobile Systeme erweitert, die im Gehen messen. Dazu gehören der Handscanner Freestyle und der mobile Scanner Orbis, der auf SLAM basiert (Simultaneous Localization and Mapping: Das Gerät bestimmt seine eigene Position laufend aus den Messdaten). Solche Systeme sind schnell, erreichen aber in der Regel nicht die Genauigkeit eines stationären Scans. Sinnvoll sind sie für Übersichtsaufnahmen, Flure und große Flächen; für verformungsgerechte Pläne bleibt der Stativscanner das Werkzeug der Wahl. Mehr dazu im Beitrag zu 3D-Handscannern und SLAM.
Software: SCENE und Automatisierung
FARO SCENE ist die Auswertesoftware für die Focus-Scanner. Wichtige Entwicklungen der letzten Versionen sind die automatische Registrierung ohne Zielmarken, die Registrierung noch während der Messung vor Ort und Funktionen zur Stapelverarbeitung. Die Hersteller der Branche, auch FARO, setzen zunehmend auf automatische Auswertung bis hin zu KI-gestützter Klassifizierung von Punktwolken. Diese Werkzeuge erleichtern Routinearbeiten, ersetzen aber die fachliche Kontrolle nicht. Wer Software-Updates bewertet, sollte vor allem prüfen, ob sie Registrierung, Qualitätskontrolle und Export im eigenen Ablauf verbessern. Details stehen im Beitrag zu FARO SCENE.
Cloud und Datenaustausch
Ein deutlicher Trend ist die Bereitstellung von Scandaten über das Internet. Mit WebShare lassen sich Punktwolken und Panoramabilder im Browser ansehen und vermessen, ohne dass beim Empfänger Spezialsoftware installiert sein muss. FARO bündelt seine Cloud-Dienste inzwischen in der Plattform Sphere XG, in der auch die frühere Lösung HoloBuilder aufgegangen ist. Für Projektbeteiligte ist das praktisch, weil alle auf denselben Datenstand zugreifen. Gleichzeitig stellen sich Fragen nach Speicherort, Zugriffsrechten und Datenschutz, die vor dem Hochladen geklärt sein sollten. Mehr dazu im Beitrag zu FARO WebShare.
Was für Auftraggeber zählt
Für das Ergebnis eines Aufmaßes ist die jüngste Gerätegeneration weniger entscheidend als oft angenommen. Ein Scanner der Vorgängergeneration liefert bei sorgfältiger Standpunktplanung und Auswertung Pläne mit derselben Genauigkeit. Neuere Geräte verkürzen vor allem die Zeit vor Ort und vereinfachen die Registrierung. Wichtiger als der Modellname sind die vereinbarte Genauigkeitsstufe, die Lieferformate und eine nachvollziehbare Qualitätskontrolle. Welche Genauigkeit für welchen Zweck sinnvoll ist, erläutert die Seite zu den Aufmaß-Genauigkeiten.
