Die Focus-Reihe von FARO gehört zu den verbreitetsten terrestrischen Laserscannern im Bauwesen. Über mehrere Generationen sind zahlreiche Modelle entstanden, deren Namen leicht zu verwechseln sind. Dieser Überblick ordnet die Reihen ein und erklärt, welche Kennwerte für Architekten, Planer und Auftraggeber tatsächlich relevant sind.
Was die Focus-Scanner gemeinsam haben
Alle Focus-Modelle sind Phasenvergleichsscanner: Sie senden einen modulierten Laserstrahl aus und bestimmen die Entfernung aus der Phasenverschiebung des zurückkommenden Signals. Ein rotierender Spiegel lenkt den Strahl vertikal ab, während sich das Gerät um die eigene Achse dreht. So entsteht von jedem Standpunkt aus eine nahezu vollständige Rundumaufnahme. Eine integrierte Kamera liefert Bilder, mit denen die Punktwolke eingefärbt wird. Bedient wird über einen Touchscreen am Gerät, gespeichert auf SD-Karte. Diese Bauform ist kompakt und vergleichsweise leicht, was sie für Innenräume und Fassaden praktisch macht. Grundlagen zum Verfahren erklärt der Beitrag zum terrestrischen Laserscanning.
Die Generationen im Überblick
Focus3D und Focus3D X
Mit dem Focus3D hat FARO Anfang der 2010er-Jahre einen kompakten Scanner auf den Markt gebracht, der deutlich leichter war als viele damalige Geräte. Die Nachfolger Focus3D X 130 und X 330 brachten unter anderem einen integrierten GPS-Empfänger mit. Der X 130 erreicht laut Hersteller bis zu 130 m Reichweite, ±2 mm Distanzfehler und bis zu 976.000 Punkte pro Sekunde. Mit diesem Modell haben wir 2019 selbst gearbeitet, siehe die Meldung zur Anschaffung des Focus3D X 130.
Focus S und Focus M
Die folgende Generation trennte die Modelle in zwei Linien. Die S-Modelle (S 70, S 150, S 350) richten sich an Anwender mit hohen Genauigkeitsansprüchen; für den S 70 nannte FARO einen Distanzfehler von ±1 mm. Der M 70 kam im Januar 2017 als preisgünstigeres Modell hinzu und hat geringere Leistungswerte als die S-Modelle. Gemeinsam sind beiden Linien unter anderem die Schutzart IP54 gegen Staub und Spritzwasser, HDR-Aufnahmen der Kamera und ein erweiterter Temperaturbereich. Die S-Modelle unterstützen zudem die Vor-Ort-Registrierung, bei der Scans noch während der Messung drahtlos an einen Rechner übertragen und dort zusammengeführt werden.
| Modell | Max. Reichweite | Einordnung |
|---|---|---|
| Focus M 70 | 70 m | preisgünstiger, geringere Leistungswerte |
| Focus S 70 | 70 m | kurze Distanzen, hohe Präzision |
| Focus S 150 | 150 m | Gebäude und Außenanlagen |
| Focus S 350 | 350 m | große Objekte und Distanzen |
Die Zahl im Modellnamen steht jeweils für die maximale Reichweite in Metern. Später folgte die Focus-Premium-Reihe; das Prinzip der Benennung nach Reichweite blieb erhalten. Genaue Datenblattwerte sollten Sie immer beim Hersteller für das konkrete Modell nachlesen.
Welche Kennwerte für das Gebäudeaufmaß zählen
- Reichweite: Im Innenraum werden selten mehr als 20 bis 30 Meter genutzt. Mehr Reichweite hilft bei Hallen, Kirchenschiffen, Innenhöfen und Fassaden.
- Distanzfehler: Er beschreibt die Messgüte eines Einzelpunkts. Die Genauigkeit des fertigen Plans hängt zusätzlich von Registrierung, Oberflächen und Auswertung ab.
- Messrate: Sie bestimmt vor allem die Dauer pro Standpunkt. Ob ein Objekt an einem Tag erfasst ist, hängt eher von der Zahl der Standpunkte und der Zugänglichkeit ab.
- Robustheit: Schutzart und Temperaturbereich sind für Baustellen, Dachböden und unbeheizte Gebäude wichtiger, als es das Datenblatt vermuten lässt.
Focus-Modellwahl kompakt
Die Focus-Familie hat sich von einem kompakten Einzelgerät zu einer gestaffelten Modellreihe entwickelt, bei der vor allem Reichweite, Präzision und Ausstattung variieren. Für die meisten Gebäudeaufmaße entscheidet weniger das Modell als die Messplanung und die Auswertung. Wie wir Scanner in der Praxis einsetzen, lesen Sie auf unserer Seite zum Laserscanning.
