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Aufmaß· 15.07.2025 · aktualisiert 04.10.2026 · Lesezeit 3 Min.

Digitale Bestandsdokumentation: mehr als ein Plan

Viele Gebäude sind schlecht dokumentiert: Pläne fehlen, sind veraltet oder liegen nur auf Papier, Umbauten wurden nie nachgetragen. Eine digitale Bestandsdokumentation schafft hier einen verlässlichen Stand. Sie richtet sich an Eigentümer, Verwalter, Facility Management und Denkmalpflege – überall dort, wo über Jahre mit demselben Gebäude gearbeitet wird.

Was zu einer Bestandsdokumentation gehört

Kern ist die Geometrie, meist aus einem Laserscan gewonnen. Eine vollständige Dokumentation geht aber darüber hinaus:

  • Pläne: Grundrisse, Schnitte und Ansichten als DWG und PDF, auf Wunsch ein Bestandsmodell (IFC, Revit)
  • Punktwolke: das vollständige 3D-Abbild zum späteren Nachmessen, im offenen Format E57
  • Flächen: Raum- und Flächenaufstellungen nach WoFlV, DIN 277 oder Mietflächenrichtlinie
  • Fotos: systematische Aufnahmen, idealerweise den Räumen bzw. Standpunkten zugeordnet
  • Zustand und Befunde: sichtbare Schäden, Materialien, Bauphasen – erhoben von Fachleuten wie Restauratoren oder Sachverständigen und auf den Plänen kartiert

Diese Angaben lassen sich mit der Punktwolke oder einem BIM-Modell verknüpfen. Wird das Modell im Betrieb fortgeschrieben und mit Daten aus dem Gebäudemanagement verbunden, spricht man von einem digitalen Zwilling. Eine einmalige Aufnahme ist dafür die Grundlage, aber noch nicht der Zwilling selbst.

Wofür die Dokumentation genutzt wird

Der Nutzen zeigt sich meist später. Bei Umbauten und Sanierungen liegt eine verlässliche Planungsgrundlage bereits vor. Im Gebäudebetrieb helfen Flächen- und Raumdaten bei Vermietung, Reinigung, Wartung und Belegung. Für die Denkmalpflege hält die Dokumentation den Zustand vor einem Eingriff fest, der danach oft nicht mehr nachvollziehbar wäre.

Auch im Schadensfall ist ein dokumentierter Vorzustand hilfreich, etwa bei Wasserschäden oder bei Beweissicherung vor Bauarbeiten in der Nachbarschaft. Datierte Scans und Fotos zeigen, wie das Gebäude zu einem bestimmten Zeitpunkt aussah. Ob und wie sie in einem Streitfall verwendet werden, hängt allerdings vom Einzelfall ab; für eine förmliche Beweissicherung ist meist ein Sachverständiger einzubeziehen.

Archivierung und Langzeitverfügbarkeit

Eine Dokumentation ist nur so viel wert, wie sie in zehn oder zwanzig Jahren noch lesbar ist. Darauf sollte man achten:

  • Offene Formate: PDF/A für Pläne und Berichte, E57 für Punktwolken, IFC für Modelle. Herstellerformate zusätzlich, aber nicht ausschließlich.
  • Metadaten: Aufnahmedatum, Messverfahren, Koordinatenbezug, Genauigkeitsstufe und Bearbeiter gehören zur Dokumentation, sonst lassen sich die Daten später nicht einschätzen.
  • Redundante Speicherung: mindestens zwei Kopien an getrennten Orten.
  • Pflege: Datenträger und Formate von Zeit zu Zeit prüfen und bei Bedarf auf aktuelle Systeme übertragen.

Fortschreiben statt neu anfangen

Gebäude verändern sich. Eine gute Bestandsdokumentation ist so angelegt, dass Umbauten nachgetragen werden können: Neue Bereiche werden gescannt und in dasselbe Koordinatensystem eingehängt, Pläne und Flächen aktualisiert. So bleibt der Datenbestand aktuell, ohne dass jedes Mal das ganze Gebäude neu aufgenommen werden muss.

Bestandsdokumentation aufbauen

Eine digitale Bestandsdokumentation verbindet Geometrie, Flächen, Fotos und Zustandsangaben in einem geordneten, langfristig lesbaren Datenbestand. Wie daraus ein Werkzeug für den Gebäudebetrieb wird, beschreibt der Beitrag Digitaler Zwilling im Facility Management. Unser Leistungsangebot finden Sie unter Dokumentation.

Preis vor der Messung — pro m² bzw. pro Zeichnung, schriftlichTermin meist in derselben WocheSie erhalten alles, auch die Rohdaten+49 30 321 50 17

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