Für eine Berliner Fassade sollte die gesamte Außenhülle aufgenommen werden. Leistungsbild war ein Fassadenaufmaß in Genauigkeitsstufe II einschließlich der Ableitung von Ansichts- und Detailplänen.
- Objekt
- Fassade, Gründerzeit
- Ort
- Berlin
- Jahr
- 2024
- Genauigkeit
- Stufe II
- Ergebnis
- Ansichts- und Detailpläne
- Verfahren
- Terrestrischer Laserscan


Worauf es beim Fassadenaufmaß ankommt
Fassaden verlangen besondere Sorgfalt bei Gliederung, Gesimsen und Fensterachsen. Was auf den ersten Blick regelmäßig wirkt, ist bei älteren Gebäuden selten exakt: Achsabstände variieren, Gesimse laufen nicht genau waagerecht, Wandflächen neigen sich leicht nach außen oder innen. Für eine Restaurierung oder eine neue Fassadenplanung sind gerade diese Abweichungen wichtig, denn Gerüst, Bekleidungen, Fensterbau und Steinmetzarbeiten müssen zum tatsächlichen Bestand passen.
Warum die Außenhülle per Laserscan erfasst wurde
Der Laserscan erfasst Fassadenflächen berührungslos und vollständig von der Straße oder vom Hof aus. Ein Gerüst ist für die Messung nicht nötig, und die Fassade wird nicht angefasst. Aus der Punktwolke lassen sich Ansichten in beliebiger Lage ableiten, auch Abwicklungen oder Schnitte durch Gesimsprofile. Verformungen und Alterung der Fassade werden im Aufmaß sichtbar, etwa Ausbauchungen oder Setzungen, die mit dem bloßen Auge kaum auffallen.

Grenzen hat das Verfahren dort, wo keine Sichtlinie besteht. Bereiche hinter Bäumen, Vorbauten oder in engen Höfen sowie obere Dachflächen sind vom Boden aus oft nur teilweise erfassbar. In solchen Fällen kann eine Befliegung mit der Drohne den Scan ergänzen; ob das nötig ist, klären wir vor dem Messtermin.
Auch die Umgebung spielt eine Rolle. Parkende Fahrzeuge, Passanten und Baustelleneinrichtungen verdecken das Erdgeschoss, belaubte Bäume den oberen Teil der Fassade. Wo es sich planen lässt, ist ein Termin mit wenig Verkehr und, bei Straßenbäumen, in der laublosen Zeit günstig. Bewegte Objekte erscheinen in einzelnen Scans und werden bei der Auswertung entfernt; verdeckte Flächen lassen sich dagegen nur durch zusätzliche Standpunkte schließen.
Ansichts- und Detailpläne für Restaurierung und Instandhaltung
Die Punktwolke der Fassade lieferte Ansichten aller Achsen, Gesims- und Fensterdetails sowie Verformungsverläufe. Detailpläne ergänzen das Werk für Restaurierung und Instandhaltung. Architekten und Fassadenfirmen erhalten damit eine abgestimmte Planungsgrundlage mit historischer Detailtiefe. Die Ansichten werden dabei als Zeichnungen erstellt, nicht als bloße Bilder, sodass sie sich im CAD weiterbearbeiten lassen. Welche Formate möglich sind, zeigt die Seite Dateiformate unserer Zeichnungen.

Detailtiefe und Maßstab je Gewerk abstimmen
Restaurierung und Fassadenplanung arbeiteten mit denselben Daten und konnten offene Fragen zur Ausführung direkt am Datensatz beantworten. Detailtiefe und Maßstab der Ansichten lassen sich dabei je Gewerk variieren, von der Übersicht der gesamten Fassade bis zur einzelnen Laibung. Es lohnt sich deshalb, die spätere Verwendung vor der Auswertung zu besprechen: Ein Steinmetz braucht andere Details als ein Fensterbauer oder ein Gerüstbauer. Die übergebene Punktwolke bleibt als Referenz für künftige Instandhaltungszyklen erhalten. Wird die Fassade in einigen Jahren erneut geprüft, lässt sich ein neuer Scan mit dem alten vergleichen. Wie die Genauigkeitsstufen zusammenhängen, erläutert die Seite Aufmaß-Genauigkeiten im Überblick.