Das Aufmaß eines Hotels, dessen Gebäude noch aus der Gründerzeit stammt, umfasste den gesamten Bestand: Wir haben das Haus mit dem Laserscanner aufgenommen und daraus ein vollständiges Planwerk erstellt.
- Objekt
- Hotel, Gründerzeit
- Ort
- Berlin
- Jahr
- 2019
- Ergebnis
- Grundrisse je Geschoss, Schnitte, Ansichten
- Verfahren
- Laserscan mit Zielkugeln
Ausgangslage im Hotel: Umbau ohne verlässliche Bestandspläne
Bevor ein Hotel umgebaut, modernisiert oder in Teilen neu geordnet wird, müssen Bauherr und Architekten wissen, womit sie arbeiten. Bei Häusern dieses Alters gibt es dafür selten brauchbare Unterlagen: Originalpläne sind verloren oder zeigen einen Zustand, den mehrere Umbauten längst überholt haben. Das Aufmaß sollte deshalb eine Grundlage schaffen, die Umbauplanung, Denkmalschutz-Dokumentation und die spätere Abrechnung gleichermaßen bedient.
Typische Eigenheiten von Gründerzeitbauten beim Aufmessen
Gründerzeitbauten stellen an ein Aufmaß wiederkehrende Anforderungen. Typisch sind:
- verformte Konstruktionen, etwa durchhängende Holzbalkendecken und leicht geneigte Wände
- Wandstärken, die von Geschoss zu Geschoss abnehmen
- historische Fenster- und Türlaibungen mit schrägen oder profilierten Leibungsflächen
- gewachsene Fußbodenniveaus mit Stufen und Schwellen zwischen Alt- und Anbauteilen
- nachträglich eingebaute Bäder, Schächte und Trennwände, die den ursprünglichen Grundriss überlagern
Bei Hotels kommt hinzu, dass sich viele Zimmer ähneln, aber eben nicht gleich sind. Wer einen Musterraum misst und auf die übrigen überträgt, übernimmt Abweichungen, die sich später auf der Baustelle zeigen.
Wie der Laserscan das Gründerzeit-Hotel erfasste
Mit dem terrestrischen Laserscanner wurde das gesamte Gebäude aufgenommen, Raum für Raum und Geschoss für Geschoss. Anschließend werden die einzelnen Scans im Büro registriert, also zu einer gemeinsamen Punktwolke zusammengefügt. Aus ihr leiten wir Grundrisse je Geschoss, Schnitte und Ansichten ab. Die historischen Laibungen und die Niveausprünge bleiben dabei im Planwerk dokumentiert, statt in einer idealisierten Zeichnung zu verschwinden. Wie die Auswertung im Einzelnen abläuft, beschreibt die Seite Übergabe und Auswertung der Scandaten.
Was der Bauherr des Hotels erhielt
Der Bauherr erhielt Grundrisse aller Geschosse, Schnitte und ausgewählte Details zusammen mit der registrierten Punktwolke. Die Zeichnungen wurden mit den beauftragten Architekten abgestimmt, damit sie direkt in deren Software weiterliefen. Fragen zur Umbauplanung ließen sich danach am Datensatz klären, ohne erneute Termine vor Ort. Für ein Haus im Betrieb ist das ein praktischer Vorteil: Jede Nachmessung bedeutet gesperrte Zimmer und Abstimmung mit dem Hotelbetrieb.
Wie Planung und Betrieb die Hoteldaten weiter nutzen
Die Punktwolke ist eine digitale Bestandsaufzeichnung, die über das Planwerk hinausreicht. Aus ihr lassen sich später weitere Schnitte, Wandabwicklungen oder Detailpunkte ableiten, etwa wenn ein Bauabschnitt genauer geplant wird. Für die Denkmalpflege dokumentiert sie den Zustand vor dem Eingriff. Für Ausschreibung und Abrechnung liefert sie nachvollziehbare Maße, auf die sich alle Beteiligten beziehen können. So wird die Gründerzeitsubstanz einmal gemessen und mehrfach genutzt. Mehr zu den Einsatzmöglichkeiten der Daten finden Sie unter Punktwolke als Bestandsdaten; vergleichbare Objekte zeigt die Übersicht unserer Referenzprojekte im Bestand.






























