Sie planen eine Renovierung oder einen Umbau, wollen die Einrichtung von Geschäftsräumen genau planen oder bezweifeln die Wohnfläche im Mietvertrag? Dann brauchen Sie verlässliche Bestandspläne. Ein professionelles Aufmaß ist dabei mehr als das Sammeln von Maßen: Entscheidend sind die passende Methode, ein nachvollziehbarer Ablauf und eine Kontrolle, bevor die Pläne das Büro verlassen.
Wofür ein Aufmaß gebraucht wird
Ein Aufmaß hält den tatsächlichen Bestand eines Gebäudes fest. Typische Anlässe sind:
- Umbau- und Sanierungsplanung, wenn keine oder veraltete Pläne vorliegen
- Wohnflächenberechnung für Vermietung, Verkauf oder Finanzierung
- Nutz- und Mietflächen für Gewerbe nach DIN 277 oder der Richtlinie MF/G der gif
- verformungsgerechte Aufmaße für Denkmalpflege, Statik und Bauforschung
- Fassaden-, Treppenhaus- oder Dachstuhlaufmaße als Grundlage für Gewerke
- Bestandsmodelle für BIM und das Gebäudemanagement
Je nach Zweck unterscheidet sich die nötige Genauigkeit. Für Flächen und Umbauplanung genügt meist eine idealisierte, rechtwinklige Darstellung (bei uns Genauigkeitsstufe 2), für Denkmal und Tragwerk braucht es die verformungsgerechte Darstellung (Genauigkeitsstufe 3).
Messverfahren: das passende Werkzeug wählen
Je nach Aufgabe kommen unterschiedliche Instrumente zum Einsatz: Laserdistanzmesser für einfache Räume, reflektorlos messende Tachymeter für Festpunkte und einzelne Bauteile, terrestrische Laserscanner für vollständige, dreidimensionale Erfassungen. Ergänzend werden Photogrammetrie für Fassaden und mobile Scanner für schwer zugängliche Bereiche eingesetzt. Häufig werden Maße schon vor Ort ins CAD übertragen und dort gegengeprüft, sodass Lücken noch während des Termins auffallen.
Ablauf vom ersten Kontakt bis zur Übergabe
- Klärung und Unterlagenprüfung: Zweck, gewünschte Pläne, Maßstab, Format und Genauigkeitsstufe werden abgestimmt; vorhandene Pläne helfen bei Kalkulation und Vorbereitung.
- Angebot: Auf Basis von Fläche und Leistungsumfang erhalten Sie ein schriftliches Angebot, bei uns in der Regel binnen 48 Stunden.
- Messung vor Ort: Zugänglichkeit aller Räume, Dachboden und Keller sollte vorab geklärt sein. Die Messung selbst dauert bei vielen Objekten einen Tag.
- Auswertung im Büro: Registrierung der Scans, Konstruktion der Grundrisse, Schnitte und Ansichten, bei Bedarf Flächenberechnung.
- Prüfung und Übergabe: Kontrolle der Ergebnisse, Lieferung als PDF und DWG, auf Wunsch IFC, Revit oder Punktwolke im E57-Format.
Qualitätssicherung: woran man ein gutes Aufmaß erkennt
Ein Aufmaß ist nur so gut wie seine Kontrolle. Bewährt haben sich vor allem drei Maßnahmen:
- Überbestimmung: Mehr Messungen als rechnerisch nötig, etwa Kontrollmaße und Diagonalen von Hand neben dem Scan. Widersprüche fallen so sofort auf.
- Vier-Augen-Prinzip: Pläne werden vor der Übergabe von einer zweiten Person geprüft, besonders bei komplexen Geometrien.
- Plausibilitätsprüfung: Abgleich mit vorhandenen Plänen, Summenkontrollen bei Flächen, Prüfung der Geschosshöhen und Treppenläufe.
Dazu gehört fachliches Urteil am Objekt: Ein guter Aufnehmer erkennt, welche Wände vermutlich tragen, wo Installationen verlaufen und wo Besonderheiten wie Dachschrägen, Vorsatzschalen oder abgehängte Decken die Maße beeinflussen. Was nicht eindeutig ist, wird im Plan gekennzeichnet statt geraten.
Gutes Aufmaß erkennen
Ein professionelles Aufmaß beginnt mit der Klärung des Zwecks, nutzt die passende Messmethode und endet mit einer geprüften Übergabe in den benötigten Formaten. Fehlerhafte Bestandspläne führen später zu Nachträgen und Verzögerungen auf der Baustelle; sorgfältige Arbeit am Anfang ist die günstigere Variante. Leistungsumfang und Preise finden Sie unter Aufmaß und Preise.
