Ein Laserscan liefert das genaueste Bild eines Gebäudes, ist aber nicht in jedem Fall nötig. Gerade bei jüngeren Gebäuden liegen oft Bestandspläne in ausreichender Qualität vor. Um diese Unterlagen sauber weiterverarbeiten zu können, haben wir im Juni 2019 einen A0-Großformatscanner vom Typ Océ CS 4236 angeschafft. Dieser Beitrag erklärt, wofür er eingesetzt wird und was digitalisierte Pläne leisten können.
Wann vorhandene Pläne genügen
Bei Neubauten der letzten Jahrzehnte entsprechen die Ausführungspläne häufig weitgehend dem gebauten Zustand. Für eine erste Grobplanung, eine Mieterbelegung oder ein Facility-Management-System kann es dann genügen, diese Pläne zu digitalisieren und in CAD zu übertragen. Anders sieht es bei Altbauten aus: Nach Umbauten, Kriegsschäden oder ungenauer Bauausführung weichen alte Pläne oft deutlich vom Bestand ab. Wo es auf Maßhaltigkeit ankommt, etwa bei Sanierung, Statik oder Wohnflächenberechnung, ist ein neues Aufmaß in der Regel unverzichtbar.
Vom Papierplan zur Datei
Ein A0-Scanner erfasst Pläne bis zum größten gebräuchlichen Zeichnungsformat in einem Durchgang. Das ist wichtig, weil zusammengesetzte Teilscans kleinerer Geräte an den Nahtstellen Versätze erzeugen. Je nach Zweck werden die Pläne als PDF für Archiv und Weitergabe oder als hochaufgelöste Rasterdatei, etwa TIFF, für die Weiterverarbeitung gespeichert. Auch empfindliche, gefaltete oder vergilbte Originale lassen sich so sichern, bevor sie weiter leiden. Damit die Dateien später auffindbar bleiben, lohnt sich eine einheitliche Benennung nach Gebäude, Geschoss, Planart und Datum des Originals. Bleistifteinträge, Stempel und handschriftliche Korrekturen sollten mit erfasst werden, denn sie dokumentieren oft spätere Änderungen am Bau. Wer nur eine digitale Kopie braucht, findet das Angebot unter Scan-, Druck- und Kopierservice.
Was ein gescannter Plan nicht ist
Ein gescannter Plan ist ein Bild, keine maßhaltige Zeichnung. Papier verzieht sich mit Feuchtigkeit und Alter, Pausen und Kopien verzerren zusätzlich. Ein Maßstab, der auf dem Plan steht, stimmt deshalb nur näherungsweise. Bevor ein Rasterplan als Grundlage dient, wird er in CAD anhand bekannter Maße entzerrt und skaliert, idealerweise über mehrere eingetragene Bemaßungen statt nur über eine Strecke. Sinnvoll ist außerdem ein Abgleich mit Kontrollmaßen vor Ort, die zeigen, ob Plan und Gebäude zueinander passen. Ergeben sich größere Abweichungen, ist das ein deutlicher Hinweis, dass der Plan nicht den gebauten Zustand zeigt.
Nachzeichnen mit Blick auf BIM
Wird ein alter Plan ohnehin neu in CAD gezeichnet, lohnt es sich, gleich strukturiert zu arbeiten. Das bedeutet: Wände, Öffnungen und Räume als Bauteile beziehungsweise Objekte anlegen statt als lose Linien, klare Layer- und Benennungsregeln einhalten und Raumflächen sauber definieren. So lässt sich die Zeichnung später leichter in ein Gebäudemodell überführen oder um Daten für das Facility Management ergänzen. Ein BIM-Modell im eigentlichen Sinn entsteht daraus noch nicht, aber eine geordnete Grundlage dafür. Mehr zu den Möglichkeiten auf der Seite zu BIM.
Altpläne digital weiterverwenden
Digitalisierte Bestandspläne sind eine wirtschaftliche Grundlage, wenn die Unterlagen gut sind und keine hohe Maßgenauigkeit gefordert ist; für Altbauten und maßkritische Planungen ersetzen sie kein Aufmaß. Ob Ihre Pläne genügen oder ein Scan sinnvoller ist, klären wir gern anhand der vorhandenen Unterlagen; Beispiele für unsere Ergebnisse finden Sie unter Zeichnungen.
