Öffnet in einem neuen Tab
AnrufenAngebot anfragen

BIM· 15.12.2024 · aktualisiert 04.10.2026 · Lesezeit 3 Min.

OpenBIM und IFC: Austausch von Bestandsmodellen

In fast jedem Planungsteam arbeiten Beteiligte mit unterschiedlicher Software: das Architekturbüro mit Archicad, der Tragwerksplaner mit Allplan, die TGA-Planung mit Revit. Damit ein Bestandsmodell aus dem Laserscan bei allen ankommt, braucht es ein gemeinsames Format. Dieser Beitrag erklärt, was hinter OpenBIM und IFC steckt und worauf es beim Austausch in der Praxis ankommt.

IFC: das offene Datenmodell für BIM

IFC steht für Industry Foundation Classes. Das herstellerneutrale Datenmodell wird von buildingSMART International entwickelt und ist als ISO 16739 international genormt. Eine IFC-Datei beschreibt nicht nur Geometrie, sondern Bauteile mit ihrem Typ – etwa Wand, Decke, Tür oder Raum –, ihre Beziehungen untereinander und ihre Eigenschaften in sogenannten Property Sets.

In der Praxis begegnen Ihnen vor allem drei Versionen:

  • IFC 2×3: lange der Standard im Hochbau und noch immer sehr verbreitet.
  • IFC4: erweiterte Geometrie- und Eigenschaftsdefinitionen; zunehmend in Projektanforderungen gefordert.
  • IFC 4.3: erweitert IFC4 um Infrastruktur wie Straßen, Schienen, Brücken und Wasserbau; seit 2024 als ISO 16739-1:2024 veröffentlicht.

Welche Version und welche Modellansicht (Model View Definition, also der vereinbarte Ausschnitt des Standards) gefordert ist, sollte vor Projektbeginn feststehen.

OpenBIM: mehr als ein Dateiformat

OpenBIM beschreibt einen Arbeitsansatz, bei dem Beteiligte über offene Standards zusammenarbeiten statt über ein gemeinsames Softwareprodukt. Neben IFC gehören dazu unter anderem das BIM Collaboration Format (BCF) für modellbezogene Anmerkungen und Prüfberichte sowie die Information Delivery Specification (IDS), mit der sich maschinenlesbar festlegen lässt, welche Eigenschaften ein Modell enthalten muss. buildingSMART zertifiziert außerdem den IFC-Export und -Import einzelner Programme. Der Vorteil: Ein Projekt bleibt nicht von einem Hersteller abhängig, und Modelle lassen sich auch in vielen Jahren noch öffnen.

Warum der Austausch nicht automatisch verlustfrei ist

IFC ist ein Übergabeformat, kein natives Arbeitsformat. Jedes Programm übersetzt beim Export seine internen Objekte in IFC-Klassen und beim Import wieder zurück. Dabei treten typische Probleme auf:

  • Bauteile landen in der falschen Klasse, etwa eine Brüstung als allgemeines Bauteil statt als Wand.
  • Parametrische Objekte kommen als starre Körper an und lassen sich im Zielprogramm nur eingeschränkt bearbeiten.
  • Eigene Eigenschaften fehlen, weil sie beim Export nicht zugeordnet wurden.
  • Koordinaten und Höhenbezug stimmen nicht, wenn Projektbasispunkt und Vermessungspunkt uneinheitlich gesetzt sind.

Abhilfe schaffen abgestimmte Exporteinstellungen, ein Testaustausch zu Projektbeginn und die Prüfung der IFC-Datei in einem unabhängigen Viewer.

IFC bei Bestandsmodellen aus dem Laserscan

Für ein Bestandsmodell aus dem Scan sind vor allem diese Punkte zu klären:

  • Lagebezug: Arbeitet das Modell in einem lokalen System oder in Landeskoordinaten mit amtlicher Höhe?
  • Räume: Raumobjekte mit Nummer, Name und Fläche sind für Flächenauswertung und Facility Management oft wichtiger als Bauteildetails.
  • Annahmen: Nicht gemessene Informationen, etwa Wandaufbauten, sollten über eine Eigenschaft als Annahme gekennzeichnet sein.
  • Punktwolke: Sie ist nicht Teil der IFC-Datei, sondern wird separat übergeben, üblicherweise im offenen Format E57.

Zusätzlich zum IFC wird oft das native Modell geliefert, etwa als Revit-Datei, damit die Planer der jeweiligen Software direkt weiterarbeiten können.

IFC-Austausch auf einen Blick

IFC ist der offene Standard für den Austausch von BIM-Modellen, ersetzt aber keine Abstimmung: Version, Modellansicht, Koordinaten und Eigenschaften sollten vor dem Modellieren vereinbart und mit einem Testaustausch geprüft werden. In welchen Formaten wir Bestandsmodelle übergeben, steht auf unserer Seite zu BIM-Bestandsmodellen.

Preis vor der Messung — pro m² bzw. pro Zeichnung, schriftlichTermin meist in derselben WocheSie erhalten alles, auch die Rohdaten+49 30 321 50 17

→

Bestandsmodell im IFC-Format?

Damit Revit, Archicad und Allplan dieselben Daten lesen, liefern wir das Modell als IFC und auf Wunsch zusätzlich als Revit-Datei.