Laserscan-Projekte erzeugen große Datenmengen, die meist nur Fachleute mit spezieller Software öffnen können. Cloud-Plattformen sollen das ändern: Scans werden hochgeladen, dort verarbeitet und über den Browser für alle Beteiligten zugänglich gemacht. Eine der bekanntesten Lösungen ist Reality Cloud Studio von Hexagon. Dieser Beitrag beschreibt, was die Plattform kann und worauf Auftraggeber achten sollten.
Herkunft und aktueller Name
Hexagon, der Mutterkonzern von Leica Geosystems, hat Reality Cloud Studio im Juni 2023 vorgestellt. Die Anwendung lief auf HxDR, Hexagons Cloud-Plattform für Geodaten. Im April 2026 wurde Reality Cloud Studio in Hexagon GeoCloud umbenannt und mit GeoCloud Drive zusammengeführt, einem Dienst für Vermessungsdaten aus Tachymetern und GNSS-Empfängern. Bestehende Projekte und Arbeitsabläufe blieben nach Angaben des Herstellers unverändert; geändert haben sich vor allem Name und Erscheinungsbild.
Die zentralen Funktionen
- Automatische Registrierung: Hochgeladene Scans werden in der Cloud zu einem Gesamtdatensatz verknüpft. Bei unterstützten Leica-Geräten wie der BLK-Serie können Daten auch direkt vom Einsatzort per Smartphone oder Tablet hochgeladen werden. Daten anderer Hersteller lassen sich in kompatiblen Dateiformaten verarbeiten.
- Vermaschung: Aus der registrierten Punktwolke kann ein Oberflächenmodell erzeugt werden.
- Ansicht und Messen im Browser: Punktwolke, Panoramabilder und Meshes lassen sich ohne lokale Installation betrachten, durchwandern und vermessen.
- Zusammenarbeit: Kommentare, Anhänge und sogenannte GeoTags, also an Positionen im Modell gebundene Notizen, sowie Freigaben per Link.
- Auswertung: In späteren Ausbaustufen kamen eine KI-gestützte Klassifizierung der Punktwolke und ein Soll-Ist-Vergleich zwischen Scan und BIM-Modell hinzu.
- Anbindung an Desktop-Software: Daten lassen sich in Hexagon-Programme wie Cyclone 3DR übernehmen und über die CloudWorx-Plug-ins in CAD-Anwendungen streamen. Für Revit gibt es einen kostenlosen CloudWorx-Viewer.
Die Plattform wird im Abonnement mit monatlicher Abrechnung angeboten; Umfang und Preise der Stufen sollten beim Hersteller erfragt werden.
Was die Cloud im Projekt bringt
Der größte Nutzen liegt in der Weitergabe. Ein Bauherr, eine Behörde oder ein Fachplaner ohne Scan-Software kann sich per Link im Gebäude umsehen, Maße abgreifen und Anmerkungen hinterlassen. Bei Projekten mit vielen Beteiligten verringert das Rückfragen und den Versand großer Dateien. Rechenintensive Schritte laufen auf Servern statt auf dem eigenen Rechner.
Grenzen und offene Fragen
- Datenmengen: Scans eines größeren Gebäudes umfassen schnell viele Gigabyte. Der Upload braucht eine leistungsfähige Internetverbindung.
- Kontrolle der Registrierung: Eine automatische Registrierung muss genauso geprüft werden wie eine am Desktop. Für Aufmaße mit festgelegter Genauigkeitsstufe sind ein Registrierungsbericht und unabhängige Kontrollen unverzichtbar.
- Datenschutz und Vertraulichkeit: Scans von Wohnungen, Verwaltungs- oder Sicherheitsbereichen enthalten sensible Informationen. Vor dem Hochladen sollte geklärt sein, wo die Daten gespeichert werden, wer Zugriff hat und ob der Auftraggeber einer Cloud-Verarbeitung zustimmt.
- Abhängigkeit vom Anbieter: Projekte sollten zusätzlich in offenen Formaten wie E57 archiviert werden, damit sie unabhängig von einem Abonnement nutzbar bleiben.
Wie Cloud-Funktionen und KI-Werkzeuge in der Auswertung insgesamt einzuordnen sind, beschreibt der Beitrag KI in der Laserscan-Auswertung.
Reality Cloud Studio eingeordnet
Reality Cloud Studio, heute unter dem Namen Hexagon GeoCloud, registriert und vermascht Scandaten in der Cloud und macht sie im Browser für alle Projektbeteiligten nutzbar. Der Mehrwert liegt vor allem in Zusammenarbeit und Weitergabe; Prüfung der Daten und Klärung des Datenschutzes bleiben Aufgabe der Beteiligten. Registrierte Punktwolken in offenen Formaten erhalten Sie bei unseren Leistungen zur Punktwolke.
