Autodesk ReCap Pro ist im Autodesk-Umfeld das gängige Programm, um Laserscans zu importieren, zu registrieren und als Punktwolke für AutoCAD, Revit und andere Programme bereitzustellen. Mit der Version 2026 wurde eine Funktion erweitert, die für Planer im Bestand interessant ist: die Umwandlung von Punktwolken in segmentierte Meshes direkt auf dem eigenen Rechner. Dieser Beitrag beschreibt, was dahintersteckt und wie die Ergebnisse einzuordnen sind.
Von der Cloud auf den eigenen Rechner
Scan to Mesh gibt es in ReCap Pro bereits seit der Version 2022. Damals lief die Berechnung als Cloud-Dienst von Autodesk; die Daten mussten hochgeladen werden, und die Kosten richteten sich nach Punktzahl und gewählter Qualität. Neu in ReCap Pro 2026 ist die Variante Scan to Mesh Local, bei der die Berechnung lokal auf dem Arbeitsplatzrechner erfolgt.
Hintergrund ist die Übernahme der Kerntechnologie von Pointfuse durch Autodesk im Jahr 2024, die nach Angaben von Autodesk mit ReCap Pro zusammengeführt werden sollte. Pointfuse wandelte Punktwolken in Meshes mit auswählbaren, für BIM klassifizierten Flächen um. Als eigenständiges Programm wurde Pointfuse zum 1. Mai 2025 eingestellt.
Was die Funktion leistet
- Segmentiertes Mesh: Die Punktwolke wird in ein Oberflächenmodell aus Dreiecken umgewandelt, das in klassifizierte Segmente gegliedert ist. So lassen sich einzelne Flächen- und Bauteilgruppen getrennt betrachten.
- Mesh Editor: In ReCap lassen sich die erzeugten Meshes ansehen und Klassifizierungen nachbearbeiten.
- Weitergabe an Revit: Über eine Erweiterung für Revit können die Ergebnisse dort als Grundlage für die Modellierung genutzt werden.
- Lokale Daten: Weil die Berechnung auf dem eigenen Rechner läuft, verlassen die Scandaten das Büro nicht. Das ist bei sensiblen Objekten ein Vorteil.
Die Verarbeitung ist rechenintensiv. Autodesk empfiehlt unter anderem, das Projekt auf einem internen Laufwerk statt im Netzwerk oder in synchronisierten Cloud-Ordnern zu speichern und temporären Speicherplatz in der Größenordnung des Fünffachen der Punktwolke freizuhalten. Für große Gebäude ist ein leistungsfähiger Arbeitsplatzrechner Voraussetzung.
Mesh ist nicht gleich BIM-Modell
Ein segmentiertes Mesh ist ein großer Fortschritt gegenüber der reinen Punktwolke: Flächen sind geschlossen, Bauteilgruppen erkennbar, und die Datenmenge ist deutlich kleiner. Es ist aber kein BIM-Modell. Eine Wand im Mesh ist eine Gruppe von Dreiecken, keine Revit-Wand mit Wandtyp, Schichtaufbau und Eigenschaften. Öffnungen, Bauteilbeziehungen und Informationen wie Material oder Brandschutz entstehen erst bei der Modellierung.
In der Praxis dient das Mesh deshalb vor allem als übersichtliche Referenz beim Modellieren, für Kollisionsprüfungen mit geplanten Bauteilen und zur Visualisierung. Bei unregelmäßiger Geometrie im Altbau, bei Gewölben oder stark möblierten Räumen ist die automatische Klassifizierung zu prüfen und gegebenenfalls von Hand zu korrigieren. Wie die Modellierung aus Scandaten insgesamt abläuft, beschreibt der Beitrag Scan-to-BIM-Workflow.
Für wen sich die Funktion eignet
Interessant ist Scan to Mesh Local vor allem für Büros, die bereits mit Revit arbeiten und Punktwolken als Grundlage für Bestandsmodelle nutzen. Wer ausschließlich 2D-Pläne braucht, hat davon wenig: Grundrisse und Schnitte entstehen weiterhin am effizientesten über Schnitte durch die Punktwolke. Zu Lizenzumfang und Systemanforderungen sollte man die aktuellen Angaben von Autodesk prüfen, da sich diese mit den jährlichen Versionen ändern können.
ReCap-Mesh in der Praxis
ReCap Pro 2026 erzeugt mit Scan to Mesh Local segmentierte Meshes aus Punktwolken ohne Cloud-Verarbeitung, im Zusammenhang mit der übernommenen Pointfuse-Technologie. Das erleichtert den Weg zum Bestandsmodell, ersetzt aber nicht die fachliche Modellierung und Prüfung. Punktwolken im RCP- oder E57-Format für diesen Arbeitsablauf liefern wir im Rahmen unserer Punktwolken-Leistungen.
